Verhältnisse

Lippischer Künstlerbund

30. August 2026 bis 20. September 2026
Eichenmüllerhaus Lemgo, Brake

 

Kunst entsteht nicht in einem Vakuum. Kunst antwortet auf Kunst und es sind Verhältnisse, auch Kräfteverhältnisse, sozialer, ökonomischer oder persönlicher Art, die auf den Schaffensprozess einwirken.

Zwölf ausgewählte Künstlerinnen und Künstler des Lippischen Künstlerbund bespielen paarweise jeweils einen Raum des Eichenmüllerhauses und setzen damit sich und ihre Werke in einem Dialog zueinander ins Verhältnis. Die Spannung ihrer Verschiedenheit aber auch der überraschende Gleichklang der Gemeinsamkeiten werden sichtbar.

 

Andreas Fuchs, Axel Plöger, Verhältnisse, 2026, Einchenmüllerhaus Lemho, Rauminstallation, Fotografie Jan Fuchs
Andreas Fuchs, Axel Plöger, 2026, Fotografie: Jan Fuchs

 

Andreas Fuchs und Axel Plöger mit einer gemeinsamen Installation:

Andreas Fuchs, closed, 2025, Treppenhaus im Eichenmüllerhaus Lemgo, 80 x 80 cm (16 Stunden Belichtungszeit)

Andreas Fuchs, closed, 2026,  Arbeiten von Axel Plöger im Robert-Koepke-Haus, Schwalenberg, 80 x 80 cm (20 1/2 Stunden Belichtungszeit)

Axel Plöger, Raumbild, 2026, 80 x 80 cm, Öl auf Leinwand.

Axel Plöger, Krieger, 2020, 160 x 120 cm, Öl auf Leinwand

 

Die Idee, Malereien von Axel Plöger mit Fotografien von Andreas Fuchs ins Verhältnis zu setzen, entstand in einem Gespräch über die Geschichte des persischen Mystikers Masnawi „Der Wettstreit der chinesischen und der griechischen Maler“. Masnawi erzählt, wie ein Sultan entscheiden möchte, wer die besseren Künstler sind: die chinesischen oder die griechischen. Die Chinesen verlangen Hunderte kostbarer Farben aus der Schatzkammer des Königs und schaffen prachtvolle Wandmalereien. Die Griechen verlangen keine Farben. Sie polieren ihre Wand unablässig, bis sie vollkommen glatt und spiegelnd ist. Als der Sultan den Vorhang entfernt, spiegelt die polierte Wand die Gemälde der Chinesen wider – jedoch noch leuchtender und schöner. Die Griechen gewinnen.

Daraus entsteht die Idee, jeweils mit einer Arbeit auf die Arbeit des anderen zu reagieren: Andreas Fuchs spiegelt mit den besonderen Möglichkeiten seiner Fotografie die Malerei, und der Maler Axel Plöger übernimmt eine Fotografie als Motiv für seine Malerei. In beiden Fotografien mit der Camera Obscura von Andreas Fuchs wird der Zeitraum zwischen dem Schließen und dem Wiedereröffnen einer Ausstellung am darauffolgenden Tag im Bild thematisiert, also eine Zeitspanne ohne Publikumsverkehr und ohne künstliche Beleuchtung. Die Arbeiten von Axel Plöger sind geprägt von der prozessorientierten Arbeitsweise des Malers. Das Bild Krieger entsteht aus einer inneren Motivation heraus, die Arbeit Raumbild reagiert auf den wahrgenommenen Raum einer Fotografie.

 

 

 

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